Während des Klassenbesuches (Durchführung)

Zuerst erfolgt die eigene Vorstellung und die Klärung von organisatorischen Fragen, wie z.B. über den Ablauf der Veranstaltung, die Pausenregelung und die Gesprächsregeln und -themen. Es sollte den Jugendlichen der Unterschied zwischen der Rolle der Teamer/innen und den Lehrer/innen verdeutlicht werden, das es z.B. keine Noten/Bewertung gibt und in diesem Zusammenhang kann auch das „Du“ angeboten werden. Das Prinzip der Freiwilligkeit muss vorrangig sein, d.h. niemand muss an der Veranstaltung teilnehmen und auch während der Veranstaltung selbst entscheidet, was er/sie mitmachen möchte und was nicht.

Folgende Regeln für die Gespräche untereinander wurden aufgestellt, um den Gruppenprozess voranzubringen, diese werden den Jugendlichen in der Vorstellrunde nahegelegt:

  • Jeden aussprechen lassen.
  • Nur derjenige, der dran ist, darf sprechen.
  • Man kann alles fragen, denn es gibt keine dummen Fragen.
  • Es gibt keinen Redezwang.
  • Persönliche Fragen können gestellt werden, müssen aber nicht beantwortet werden.
  • Es gilt auch, Fragen anderer, die für einen persönlich als selbstverständlich gesehen werden, zuzulassen und nicht zu kommentieren.
  • Persönliche Dinge, die in der Veranstaltung besprochen werden, bleiben im Raum.
  • Das es Schweigepflicht gibt, so dass Fragen von Jugendlichen nicht an Außenstehende (Eltern, Lehrer/innen) weitergeleitet werden.    Über inhaltliche Aspekte kann jedoch Auskunft gegeben werden.

Danach sollte es eine Vorstellungsrunde der Jugendlichen geben. Jeder Schüler kann zunächst sein Alter und seinen Namen sagen, zusätzlich sind noch folgende Einstiegsfragen möglich:

  • welche Wünsche/Erwartungen/Vorstellungen die Jugendlichen über den Ablauf des Projektes haben
  • in welchem Beruf er/sie später gerne arbeiten möchte
  • was typisch männlich, typisch weiblich ist
  • ob sie/er Schwule oder Lesben kennt (persönlich oder aus den Medien)
  • was ihm/ihr zu dem Begriff Homosexualität einfällt
  • ob bei den Jugendlichen im Elternhaus offen über Sexualität gesprochen werden kann oder nicht

Um die Schüler/innen direkt ansprechen zu können, ist es hilfreich, zusätzlich Kreppband herumgehen zu lassen, auf die sie ihren Vornamen aufschreiben können. Am Ende der Vorstellungsrunde, sollte den Jugendlichen die Möglichkeit gegeben werden, offenen Fragen klären zu können. Brainstorming kann zusätzlich stattfinden. Es könnten dann alle Begriffe an die Tafel geschrieben werden, die den Jugendlichen zu vorgegebenen Themenbereichen einfallen. Anschließend kann eine kurze Diskussion über die Begriffe stattfinden.

Die Methodik während der Veranstaltung

Unser methodisches Vorgehen teilt sich in drei Bereiche auf. In Aufwärmspiele, Hauptspiele und eine Abschlussrunde. Die Aufwärmspiele sind dafür konzipiert, die Jugendlichen zu aktivieren und um ihnen die Thematik schrittweise näher zu bringen (Erhöhung der Aufmerksamkeit). Der Hauptteil der Thematik sollte in der Mitte der Veranstaltung sein, damit die Jugendlichen nicht gleich am Anfang zu stark gefordert werden. Der letzte Teil der Projektdurchführung dient dazu, die Veranstaltung langsam ausklingen zu lassen. Diesen Zeitraum kann man für eine Reflektion nutzen. Zur besseren Übersicht haben wir die Spiele in Favoriten und nachrangige Methoden eingeteilt, um so schneller auf sie zurückgreifen zu können.

Favoriten:

Aufwärmspiele:

  • Grabbelsack
  • Die Welle
  • Wörterchaos (Obstsalat)
  • 2-Ecken-Spiel
  • Hauptspiele (Themenschwerpunkte):

  • Bildergalerie (Bilder aus der Werbung)
  • Einstellungen sichtbar machen
  • Boys meet Girls/ Fragen an das andere Geschlecht
  • Der große Preis (Jeopardy, Risiko)
  • David gegen Goliath (Erfahrung von Mehrheit und Minderheit)
  • Tom und Jerry/Paul und Paula (Körperumrisse/Homo-/Hetero-Umrisse)
  • Arabella und die SUPERQUOTE
  • Nachrangige Methoden:

  • Keksdosenspiel
  • Lebenswelten (Rollenthematik)
  • Schwule und lesbische Persönlichkeiten
  • Dr. Sommer (Gegenseitiges Fragen und Antworten)
  • Dr. Sommer (Rollenspiel)
  • Straight on (Tennisballmethode)
  • Alle die.......
  • Abigail und Gregor
  • Schlangenspiel
  • Knotenspiel

In diesem Zusammenhang sollen „typische“ Verhaltensweisen der Jugendlichen und Geschlechterklischees wie z.B. „Es gibt nur weibliche Schlampen“, „Männer sind das starke Geschlecht“, „Wenn Frauen nein sagen, meinen sie ja“ etc. hinterfragt werden. Es sollen, verschiedene Arten von Rollen aufgezeigt und der Einfluss der Sozialisation verdeutlicht werden (geschichtlich). Außerdem soll besprochen werden, wie wichtig es für jedes Individuum ist, wie es von anderen Menschen gesehen wird, und inwiefern diese Rollenerwartungen zu Problemen führen können.

Methodischer Abschluss der Veranstaltung

Zum Abschluss setzen wir uns noch einmal in einem Stuhlkreis zusammen. Jeder der Anwesenden (Jugendliche wie Teamer/innen) hat nun die Möglichkeit, sein Resümée über den Ablauf des Tages vorzubringen (positive wie negative Kritik, was gefallen hat, was nicht oder was sie aus der Veranstaltung mitnehmen). Wenn einer der Jugendlichen mit dem Feedback beginnen möchte, kann er dies tun, ansonsten wird eine/r ausgesucht und von dem/derjenigen geht es dann in einer Richtung, der Reihe nach, weiter. Es gibt allerdings keinen Zwang, daran teilzunehmen. Wenn es Rückmeldungen gibt, ist es sinnvoll, diese unkommentiert aufzunehmen (darauf achten, dass dies auch eingehalten wird).